Mir geht es dabei gar nicht um Äußerlichkeiten wie Größe, Alter, Gewicht oder ob Du Posen kannst. Was ich grundsätzlich von einem Model erwarte, sind Engagement, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.
Fotoshootings sind meine Leidenschaft und sind mir sehr wichtig. Ich investiere viel Zeit in die Verbesserung meiner Fähigkeiten und in die Vorbereitung meiner Shootings. Ich erwarte daher auch, dass dem Model das Shooting ebenfalls wichtig ist. Lass mich einfach mal meine Erwartungen an ein gutes Model schildern.
Das wichtigste zuerst: Beginnen wir also mit den inneren Werten
Gute Kommunikation und Ehrlichkeit
Zunächst einmal ist es mir extrem wichtig, dass die Kommunikation funktioniert. Also, wie wir vor dem Shooting kommunizieren, damit das Shooting überhaupt stattfinden kann. Wir müssen uns auf einen Ort und eine Zeit einigen. Ich brauche Rahmenparameter wie Körpergröße, Kleidergröße und Schuhgröße, um das Styling vorzubereiten.
Mittlerweile behalte ich es mir vor, ein Shooting gar nicht oder nicht weiter zu planen, wenn das Fotomodel eine zähe oder verschleppte Kommunikation pflegt, insbesondere wenn das Shooting bevorsteht. Meine Erwartung: Du solltest in der Lage sein, in einer laufenden Kommunikation innerhalb von 24 Stunden zu antworten.
Es ist einfach eine Frage der Höflichkeit und des Respekts (dazu noch später) im Falle einer Verhinderung, Verspätung oder Unklarheit, den Gegenüber zu informieren.
Dazu kommt ehrlich anzusprechen, was einem wichtig ist, was man mag oder nicht mag und was man sich vorstellt. Klartext ist vielleicht nicht immer angenehm, erspart aber so manche Enttäuschung. Dazu gehören z.B. auch aktuelle Bilder – ein gutes Fotomodell macht nach 2 Jahren Baby- oder Partnerpause fairerweise nicht mit den veralteten Bildern von sich Werbung oder trägt neuerdings Rastalocken, die auf keinem der Bilder im Portfolio zu sehen sind.
Leidenschaft
Motivation ist ein sehr großes Stichwort. Wenn Du Lust aufs Shooting hast und motiviert ans Set kommst, ist das enorm. Du bist früh genug ins Bett gegangen, und kommst nicht mit einem Kater von einer Party.
Du schaust Dich auch gerne im Spiegel an, liebst es zu posen und kannst mehr als nur einen Gesichtsausdruck. Du liebt es, Dich zu bewegen und kennst ihren eigenen Körper.
„Das Wichtigste ist, dass man sich in seiner eigenen Haut wohlfühlt.“
Kommunikation: Das vielleicht wichtigste Kriterium. Leider ist ein respektvoller Umgang mit den Mitmenschen in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich. Wenn ich mir anschaue, was aus den Social-Media-Plattformen und im alltäglichen Umgang der Menschen miteinander abgeht, sträuben sich mir die Nackenhaare.
Vielleicht wäre es auch keine schlechte Idee, wenn Du Dich mit meiner Arbeit vertraut machst. Zumindest wäre es schön, wenn Du weiß, wer ich bin und vielleicht eine Minute auf meiner Website verbracht hast vor unserem Termin. 10 Bonuspunkte für das Traummodel, dem das gelingt.
Dabei geht es nicht um verletzte Eitelkeit, sondern darum, dass Du dann möglicherweise direkt Themen ansprechen kannst, die Dir für das Shooting wichtig sind. So etwas wie dass Du nur mit bedeckter Brust arbeitest (wichtig für den Shooting-Bereich) oder wenn Du nur von einer Seite fotografiert werden darfst (was für mich definitiv nicht passt).
In der Kommunikation kann man erkennen, ob ein Shooting gut wird oder nicht. Das habe ich inzwischem im Gefühl. Zumindest bei 80 % der Shootings liege ich damit richtig.
Fähigkeiten
Ein gutes Fotomodel kann sich in das Thema des Shootings hineinversetzen, hat das passende Outfit und kann diese auch typgerecht präsentieren.
Das passende (eigenständige) Posing und Ausdruck ist Voraussetzung für tolle Bilder. Das beste Posing nützt jedoch nichts, wenn der Ausdruck immer der gleiche bleibt. Posen kann man als Fotograf anleiten bzw. korrigieren, aber der Ausdruck ist etwas, dass man nur schwer anleiten kann. Eine Stimmung kann man schaffen oder unterstützen, aber der Ausdruck kommt aus Dir.
Der Kleidungsstil sollte zu Dir passen, damit Du ihn auch passend präsentieren kannst.
Zeitmanagement
Ein respektvolles Zeitmanagement gehört hier auch dazu – am selben Tag noch zwei weitere Shootings machen zu wollen oder noch zum Shoppen oder besagtem Mädelsabend gehen zu wollen, nagt gewaltig am Zeitkonto und erzeugt beim Gegenüber das Gefühl von Prioritätslosigkeit.
Auch das chronische Handy daddeln während des Shootings, mangelndes Interesse am Gegenüber und dem Shooting generell finde ich sehr respektlos.
Absprachen
Außerdem erwarte ich, dass die abgesprochene Aufnahmen auch eingehalten werden. Ich werde Dich bei einem Porträt-Shooting niemals auffordern Dich auszuziehen. Im Gegenzug erwarte ich auch von Dir, das wir bei einem Termin für ein Dessous-Shooting nicht plötzlich Porträts machen, weil Du seit gestern plötzlich einen neuen Partner hast. Ich habe kein Problem damit auch ggf. was anderes zu vereinbaren, aber dann vor der Termin und nicht wenn ich schon alles organisiert habe. Dann fahre ich auch ohne Bilder nach Hause.
Pünktliches und ausgeschlafenes erscheinen ist eine Grundvoraussetzung. Man kann sich immer mal verspäten aber dann erwarte ich auch eine zeitnahe Info vom Model. Absagen auf den letzten Drücker oder einfach nicht auftauchen ist ein absolutes No-Go. Der „Mädelsabend“ oder die Sauftour mit den Buddys bis um 4 Uhr in der Nacht vor dem Shooting ist wenig förderlich für gelungene Ergebnisse. Wenn einem vor der Begrüßung erst einmal ungeniert ins Gesicht gegähnt wird oder die Augenringe von Smokey Eyes nicht mehr unterscheidbar sind, zerstört das die Chemie von Anfang an.
Kommen wir zu den Äußerlichkeiten
Körpermaße
Deine Körpermaße sind unwichtig, solange die Proportionen stimmen. Und die inneren Werte sind definitiv wichtiger als die äußeren.
Die Oberweite spielt für mich keine besondere Rolle. Ob A-Körbchen oder Doppel-D, ob Silikon oder natürlich, das sind nur Geschmacksfragen.
Körperbehaarung
Und da manchmal die Frage aufkommt, was besser ist, rasiert oder unrasiert, da unten, ist es mir ehrlich gesagt egal. Denn ich fotografiere verschiedene Models und die Vielfalt macht es für die Fotos aus. Nun, egal ist vielleicht zu viel gesagt. Die Haare dürfen schon gepflegt sein. Bei starkem Haarwuchs sollte Schambehaarung in Form gebracht sein, sodass sie nicht bis zum Bauchnabel reicht.
Für ein Nackt-Shooting finde ich rasierte Beine toll. Auch im Winter. Und das Gleiche gilt für Achselhaare. Natürlich kann ich Stoppeln in der Nachbearbeitung retuschieren. Mir ist auch bewusst, wie viel Arbeit Körperpflege ist. Aber man kann ja auch mal träumen.
Und ich habe das Wichtigste vergessen: Augenbrauen verleihen dem Gesicht einen Ausdruck. Wenn sie nach außen oben verlaufen, entspricht das einem ärgerlichen Gesichtsausdruck. Wenn sie zu breit sind, wirkt das schmollend. Und wenn sie nur eine 2 mm dünne Linie sind, wurde offensichtlich zu viel gezupft. Ich bin kein Freund von komplett entfernten Augenbrauen die dann tätowiert sind. Genau wie übertrieben langen künstlichen Wimpern-Extensions die an Schneepflüge erinnern.
Körperveränderungen
Jetzt kommen wir zu einem zwiespältigen Thema – Tattoos. Ich mag sie sehrt gerne und stehe auch darauf tätowierte Modelle fotografieren. Andererseits besteht bei solchen Modellen immer die Gefahr, dass der Betrachter eher auf die Tattoos als auf die Augen des Models oder auf die Storry im Bild achtet. Bei Piercings die herausgenommen wurden, entferne ich grundsätzlich die leeren Löcher bei der Retusche. Was gar nicht geht sind mit Filler aufgespritzte Lippen oder künstliche Fingernägel. Bei künstlichen Fingernägeln bin ich allergisch gegen diese 3 cm langen spitzen Plastiknägel. Igitt. Ansonsten sind auch Nägel, die glitzern, merkwürdig.
Ich finde natürliche Fingernägel großartig. Das heißt übrigens nicht, dass sie nicht gefeilt sein dürfen. Es gibt auch Ausnahmen bei künstlichen Nägeln. Shellac kann gut aussehen, wenn es professionell gemacht ist. Der große Nachteil ist einfach, dass Nägel natürlich wachsen. Und wenn das Shooting zwei Wochen nach den gemachten Nägeln ist, sind diese bereits herausgewachsen. Was wiederum bedeutet, dass echte, natürliche Fingernägel eindeutig im Vorteil sind.
Natürlich gilt das Gleiche auch für Fußnägel.
Wenn Du spontan am Tag vor dem Shooting Deine blonden Haare schwarz färbst, erwarte ich, dass Du mir das auch vorher sagst.
Outfits
Wenn ich Dich für ein ganz bestimmtes Projekt Anfrage, besorge ich auch das Outfit und die benötigten Accessoires. Darüber haben wir bei der Planung dann gesprochen und ich habe dich nach denen Maßen bzw Kleider-/Schuhgröße gefragt.
Passende Outfits im Gepäck für TfP
Du solltest im Idealfall 3–5 Outfits bzw. gut kombinierbare (passende) Kleidungsstücke zum Thema mitbringen.
Wenn wir z.B. ein rockiges Outfit mit Leder und Jeans abgemacht haben, schicke ich Dich wieder nach Hause, wenn Du nur im Blumenkleid auftauchst.
Mit dem einen Satz Kleidung, den Du am Leib trägst, kommen wir nicht weit. Aber bitte auch keine 20 … nicht, dass wir mehr Zeit zum Durchschauen und Aussuchen der Outfits verbringen als mit dem Shooting.
